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Seit 3 Wochen sind die Arbeiter und Arbeiterinnen von SBB Cargo im Streik und halten ihre Werkstätten in Bellinzona besetzt.

Über die Ostertage haben Gespräche zwischen den Streikenden und der SBB-Konzernleitung stattgefunden. Am Ostermontag haben die SBB-Bosse die Gespräche mit den Streikenden abgebrochen. Die SBB wollen keine Garantie bezüglich dem Erhalt der Arbeitsplätze abgeben. Die Officine-Arbeiter lehnen es jedoch ab, an Diskussionen über die Zukunft der SBB Cargo unter Kündigungsandrohung teilzunehmen. Die Vorbedingungen, die die Officine für ein Ende des Streiks genannt haben (vgl. www.officine.unia.ch, Kommuniqué vom 13.03.08), würden nach Aussage von SBB-Chef Andreas Meyer bedeuten, dass man "unternehmerisch gefesselt und geknebelt wäre" (SDA, 24.03.08). Es bei diesem Konflikt in der Tat darum, wer schlussendlich über die Zukunft der IW entscheiden soll: die Unternehmensführung, die die Privatisierung der rentablen SBB-Bereiche vorbereitet, oder die Arbeiter der IW, die von einer ganzen Region unterstützt werden. Das wurde von den Mitgliedern des Streikkomitees gestern noch einmal klar zum Ausdruck gebracht.

Gestern Montag hat in der Officina eine "Volksversammlung" mit etwa 1'000 Teilnehmenden stattgefunden, die ihre Solidarität mit den Streikenden bekundet haben. Es haben diemal wenige Politiker teilgenommen, dafür Leute von der "Basis" - u. a. eine ehemalige Postarbeiterin (38 Dienstjahre), die eine beeindruckende Rede gegen die Manager gehalten hat. Sogar der katholische Pfarrer von Bellinzona hat das Wort ergriffen. Er hat sich vom Bischoff distanziert, der an Ostern die Officine-Arbeiter aufgefordert hatte, "jetzt ihre Faust zum Dialog zu öffnen". "Es kann keinen Dialog geben, wenn die eine Seite die andere vernichten will", hat der Pfarrer unter grossem Beifall erwidert.

Am Mittwoch den 19. März haben gegen 6'000 Menschen in Bern gegen die Abbaupläne von SBB-Cargo demonstriert und die streikenden ArbeiterInnen in ihren Forderungen unterstützt.



Die Forderungen der SBB-Cargo-ArbeiterInnen sind einfach, klar und überzeugend:

1. Rückzug des Restrukturierungsplans der Direktion von SBB Cargo!
2. Erhalt aller Arbeitsplätze!
3. Keine Lohnsenkungen, Auslagerungen und Privatisierungen!


Sämtliche Beschäftigten von SBB Cargo – im Tessin, in Biel, in Basel oder in Fribourg – haben bereits Erfahrungen mit "Stellenabbau", "Sozialplänen", und "Delokalisierungen" gemacht, die im Namen der "Wettbewerbsfähigkeit von SBB Cargo" umgesetzt wurden. Diese Wettbewerbsfähigkeit hätte Arbeitsplätze garantieren sollen. Doch zwischen 2002 und 2006 wurden 600 Stellen abgebaut. Und im Sommer 2007 wurde ein neuer Aderlass angekündigt.

Keine Verhandlungen ohne Rücknahme der Kündigungen!

Im Februar 2008 kündigte die Direktion von SBB Cargo an, in Bellinzona 250 Lohnabhängige zu entlassen und 200 Stellen in eine neue private Firma zu verlagern; ausserdem sollen in Fribourg 165, in Basel 153 und in Biel 46 Stellen gestrichen werden. Die Entlassungen sollen "die Finanzen sanieren", wie es heisst. Dieselbe Tendenz entwickelt sich bei Post, SBB und Swisscom: Arbeitszeitflexibilisierung, steigender Arbeitsdruck, unsichere Anstellungsbedingungen, Stellenabbau.

Gegen das Diktat der Direktion von SBB Cargo haben die Arbeiter und Arbeiterinnen der Werkstätten von Bellinzona gemeinsam und solidarisch gesagt: NEIN! Jetzt reicht es! Wir verlangen den Rückzug des Restrukturierungsplans, den die despotische Direktion mit der Unterstützung des Bundes – als dessen Stellvertreter der "Sozialdemokrat" Moritz Leuenberger auftritt – durchdrücken will.

Die Beschäftigten der Werkstätten von Bellinzona haben sehr genau verstanden, dass es keine Verhandlungen oder keinen wie auch immer besetzten runden Tisch geben kann, wenn nicht zuerst der geplante Stellenabbau zurückgezogen wird. Sie lassen sich nicht an der Nase herum führen, um morgen mit vagen Versprechen dazustehen, die sich in Luft auflösen.

Eine Mobilisierung, mit der sich die Bevölkerung identifiziert

Die aktive Unterstützung der Tessiner Bevölkerung für die Mobilisierung der Beschäftigten der Werkstätten von Bellinzona verleiht dem Streik und der Besetzung noch mehr Legitimität. Die Streikenden haben die grosse Mehrheit der Bevölkerung des Kantons überzeugt, dass den Versprechen und Manövern, mit denen die Direktion von SBB Cargo und der Bundesrat Zeit gewinnen wollen, nicht geglaubt werden soll. Indem sie sich mit den Beschäftigten von SBB Cargo solidarisiert, bringt ein grosser Teil der Tessiner Bevölkerung auch ihren Unmut über die antisoziale Politik der Bundesbehörden zum Ausdruck.

Die Solidarität hat verschiedene Formen angenommen: finanzielle Unterstützung oder Lieferung von Nahrungsmitteln, um "das kleine Dorf, das die besetzten Werkstätten bilden" – wie es ein Gewerkschafter sagte – am Leben zu halten. Die Schulklassen und Lehrkräfte des Gymnasiums von Bellinzona sind gekommen, um den Streik zu unterstützen. Der Sekretär der Gewerkschaft Kommunikation (Postgewerkschaft) im Tessin hat angekündigt, dass "die mit der Bahn gelieferten Pakete etwas Verspätung haben könnten". Die in Bellinzona vorbei fahrenden Lokführer hupen, um ihre Solidarität zu zeigen; usw. usf.

Den Kampf und die Solidarität ausweiten

Die Ausweitung der Mobilisierung auf die nationale Ebene – nach dem Vorbild des Kampfs der Beschäftigten von SBB Cargo in Bellinzona – ist entscheidend, um sich gegen diejenigen durchzusetzen, die wirklich für die "finanziellen Schwierigkeiten" von SBB Cargo verantwortlich sind.

Am Freitag, 14. März war eine Delegation von 70 Beschäftigten aus Bellinzona in Fribourg, um die dortigen Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. Sie haben die Notwendigkeit eines Kampfs in der ganzen Schweiz verstanden.

Die Direktion von SBB Cargo spielt ihre Trümpfe in den verschiedenen Landesteilen aus und versucht, die Beschäftigten mit Manövern zu spalten. Das muss verhindert werden.

Die nationale Demo in Bern am 19. März ist ein wichtiger Schritt
- um das Kräfteverhältnis auf nationaler Ebene zu ändern und alle Beschäftigten von SBB Cargo zu vereinen
- um zu beweisen, dass ein überzeugtes und überlegtes NEIN von Lohnabhängigen gegen Restrukturierungs- und Reorganisations-programme möglich ist. Die Lohnabhängigen haben genug von solchen Massnahmen, die ihre Gesundheit, ihre Würde, ihren Lohn und ihren Arbeitsplatz bedrohen.

Alle Lohnabhängigen und alle, welche die antisoziale Politik des Bundesrats und der "Wirtschaftsführer" ablehnen, sind aufgerufen, an dieser Demo teilzunehmen oder die Bewegung zu unterstützen, sei es durch eine Spende (PCK 65-2522-7, SEV Tessin, Bemerkung "Werkstätten Bellinzona) oder durch Unterzeichnung des Solidaritätsaufrufs (www.officine.unia.ch).

Die Kundgebung wird vom Solidaritätskomitee Zürich organisiert.

Mitglieder des Solidaritätskomitees Stand 17. März 2008:
Antikapitalistische Linke – für Sozialismus (ALS)
attac Zürich
Bewegung für den Sozialismus (BFS) Zürich
Partei der Arbeit (PdA) Zürich
Revolutionär Sozialistische Organisation (RSO)
Revolutionärer Aufbau Zürich
Einzelpersonen